Parodontitis erkennen – die Warnzeichen, die oft übersehen werden

Zahnfleischbluten, Mundgeruch, länger wirkende Zähne: woran Sie Parodontitis früh erkennen, warum sie lange schmerzfrei bleibt und was hilft.

Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen – und verläuft über Jahre fast schmerzfrei. Wer die frühen Warnzeichen kennt, kann viel Zahnhalt und Knochen retten.

Was bei Parodontitis passiert

Am Anfang steht meist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) durch bakterielle Beläge. Sie ist vollständig heilbar. Bleibt sie bestehen, dringen die Bakterien unter den Zahnfleischrand vor: Es entstehen Zahnfleischtaschen, und der Körper beginnt, den Knochen abzubauen, der die Zähne hält. Das ist die Parodontitis.

Verlorener Knochen wächst nicht von selbst nach. Die Erkrankung lässt sich aber in fast allen Fällen stoppen – je früher, desto mehr Zahnhalt bleibt erhalten.

Die Warnzeichen

  • Zahnfleischbluten beim Putzen oder beim Reinigen der Zwischenräume – das häufigste und am meisten unterschätzte Signal.
  • Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch.
  • Anhaltender Mundgeruch oder ein unangenehmer Geschmack – mehr dazu im Ratgeber Mundgeruch.
  • Zahnfleischrückgang: Die Zähne wirken länger, Zahnhälse werden empfindlich.
  • Lockere oder wandernde Zähne, neue Lücken oder ein veränderter Biss – Zeichen für bereits fortgeschrittenen Knochenabbau.

Wichtig für Raucherinnen und Raucher: Nikotin verengt die Blutgefäße, das Zahnfleisch blutet dadurch weniger. Das wichtigste Warnzeichen fällt also weg, und die Erkrankung bleibt oft länger unentdeckt.

Wer besonders gefährdet ist

Rauchen, Diabetes, eine familiäre Veranlagung und anhaltender Stress begünstigen Parodontitis. Auch in der Schwangerschaft reagiert das Zahnfleisch empfindlicher. Umgekehrt steht eine unbehandelte Parodontitis im Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie Parodontitis festgestellt und behandelt wird

Mit dem Parodontalen Screening-Index (PSI) prüfen wir die Zahnfleischtaschen mit einer stumpfen Messsonde – das tut nicht weh und dauert wenige Minuten. Ergibt sich ein Verdacht, folgt eine genauere Untersuchung.

Die systematische Behandlung folgt den aktuellen S3-Leitlinien und ist seit 2021 unter bestimmten Voraussetzungen Kassenleistung: Aufklärung und Anleitung zur Mundhygiene, gründliche Reinigung der Wurzeloberflächen in den Taschen, eine Kontrolle des Heilungserfolgs und anschließend eine langfristige Nachsorge (UPT). In unserer Praxis hat Dr. Liane Kruse ihren Schwerpunkt in der Parodontologie. Mehr dazu auf unserer Seite Zahnfleisch & Parodontitis.

Kurz gefasst: Parodontitis tut lange nicht weh. Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Zahnfleischrückgang und lockere Zähne sind Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten. Der Check ist schmerzfrei und dauert wenige Minuten, die Behandlung ist unter bestimmten Voraussetzungen Kassenleistung – und je früher sie beginnt, desto mehr Zahnhalt bleibt erhalten.

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