Kinderzahnheilkunde
Ein guter Start ins Leben beginnt mit gesunden Milchzähnen. Wir begleiten Kinder ab dem ersten Zahn – mit viel Geduld, spielerischer Heranführung und einer kindgerechten Praxisatmosphäre, die den ersten Zahnarztbesuch zum positiven Erlebnis macht.
Unser Team erklärt Kindern und Eltern die richtige Zahnputztechnik, berät zu gesunder Ernährung und nutzt alle Früherkennungs- und Prophylaxeprogramme der gesetzlichen Krankenkassen (FU, IP1–IP5).
- Kinderprophylaxe (FU, IP1–IP5 nach Kassenleistung)
- Fissurenversiegelung der bleibenden Backenzähne
- Fluoridierung als Kariesschutz
- Früherkennungsuntersuchungen
- Behandlung von Milchzähnen & Wechselgebiss
- Angstfreie Heranführung an die Zahnarztpraxis
Warum Milchzähne wichtiger sind, als viele denken
„Die fallen doch sowieso aus." Dieser Satz fällt in Zahnarztpraxen häufig – und er unterschätzt, welche Aufgaben Milchzähne haben. Sie sind nicht nur zum Kauen da: Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne frei, die darunter schon angelegt sind. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, wandern die Nachbarzähne in die Lücke – und der bleibende Zahn findet später keinen Platz mehr. Was als kleine Karies begann, endet dann nicht selten in einer kieferorthopädischen Behandlung.
Hinzu kommt: Milchzähne haben einen deutlich dünneren Schmelzmantel als bleibende Zähne. Karies breitet sich darin schneller aus und erreicht den Nerv früher. Ein Loch, das an einem bleibenden Zahn monatelang unauffällig bliebe, kann am Milchzahn binnen Wochen Schmerzen verursachen. Das ist der Hauptgrund, warum die Vorsorgeintervalle bei Kindern enger liegen als bei Erwachsenen.
Und schließlich prägen Milchzähne das Sprechen, das Kauen und – nicht zu unterschätzen – das erste Bild, das ein Kind vom Zahnarztbesuch mitnimmt. Ein Kind, das mit gesunden Zähnen und ohne Schmerzen zur Kontrolle kommt, lernt die Praxis als unaufgeregten Ort kennen. Ein Kind, dessen erster Termin ein Notfall mit Schmerzen ist, lernt etwas anderes. Genau deshalb beginnen wir so früh.
Der erste Besuch – Schritt für Schritt
Beim ersten Termin geht es nicht um Behandlung, sondern ums Kennenlernen. Was passiert:
- Ankommen und umsehen. Ihr Kind darf schauen, anfassen, fragen. Der Behandlungsstuhl wird hoch- und runtergefahren, das Wasserspritzchen ausprobiert – alles, was später überraschen könnte, wird vorher zum bekannten Gerät.
- Zählen statt untersuchen. Oft beginnen wir damit, gemeinsam die Zähne zu zählen. Das ist eine Untersuchung, fühlt sich für das Kind aber wie ein Spiel an.
- Blick auf Zähne und Kiefer. Wir schauen uns Zahnzahl, Zahnstellung, Zahnfleisch und den Durchbruch der Zähne an – und ob sich irgendwo beginnende Karies zeigt.
- Zahnputzschule. Wir zeigen, wie geputzt wird – dem Kind und den Eltern. Denn bis ins Grundschulalter ist Nachputzen durch die Eltern der entscheidende Faktor.
- Fluoridlack. Wenn es passt, wird ein Schutzlack aufgetragen. Das dauert Sekunden, schmeckt nach nichts Besonderem und härtet den Schmelz.
- Nächster Termin. Gemeinsam legen wir fest, wann wir uns wiedersehen. Ist alles unauffällig, ist das der reguläre Vorsorgeabstand.
Vorsorge nach Alter – was die Kasse übernimmt
Die gesetzlichen Krankenkassen begleiten Kinder von den ersten Zähnen bis zum 18. Geburtstag mit einem festen Programm. Ein Überblick:
6. bis 33. Lebensmonat
Drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen (FU 1a, 1b und 1c). Dabei geht es um die Kontrolle der durchbrechenden Zähne, die Beratung der Eltern zu Ernährung und Zahnpflege sowie das Auftragen von Fluoridlack.
34. bis 72. Lebensmonat
Drei weitere Früherkennungsuntersuchungen (FU2) im Abstand von jeweils etwa einem Jahr – also im Kindergartenalter bis kurz vor der Einschulung.
6. bis 18. Lebensjahr
Die Individualprophylaxe (IP1 bis IP5): Mundhygienestatus, Aufklärung und Putzunterweisung, örtliche Fluoridierung und die Versiegelung der bleibenden Backenzähne – in der Regel zweimal pro Jahr.
Der Sechsjahrmolar
Etwa mit sechs Jahren bricht hinter den Milchzähnen der erste bleibende Backenzahn durch – ohne dass ein Milchzahn dafür ausfällt. Viele Eltern halten ihn deshalb für einen Milchzahn. Er ist der Zahn mit dem höchsten Kariesrisiko im Gebiss und der wichtigste Kandidat für eine Fissurenversiegelung.
Kariesschutz zu Hause
Was in der Praxis passiert, ist der kleinere Teil. Entschieden wird zu Hause – vor allem an zwei Stellschrauben: Fluorid und Zuckerhäufigkeit.
Zur Zahnpasta gibt es seit 2021 eine gemeinsame Empfehlung der zahnmedizinischen und kinderärztlichen Fachgesellschaften: Ab dem ersten Zahn wird zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta (1.000 ppm Fluorid) geputzt – im ersten Lebensjahr in reiskorngroßer Menge, ab dem zweiten Geburtstag erbsengroß. Wichtig ist, alle Fluoridquellen zusammen zu betrachten: Wer Fluoridtabletten gibt, sollte das mit uns oder der Kinderarztpraxis abstimmen, damit die Gesamtmenge stimmt.
Bei Zucker zählt weniger die Menge als die Häufigkeit. Nach jedem zuckerhaltigen Kontakt sinkt der pH-Wert im Mund, und der Schmelz verliert Mineralien, bis der Speichel das wieder ausgeglichen hat. Ein Stück Kuchen am Nachmittag ist deshalb harmloser als eine über den Tag verteilte Saftschorle. Besonders kritisch ist die Nuckelflasche mit süßem Inhalt – vor allem, wenn sie mit ins Bett geht. Nachts fließt kaum Speichel, die Schutzwirkung fehlt fast vollständig.
Und: Nachputzen bleibt Elternsache. Die Feinmotorik für gründliches Zähneputzen entwickelt sich erst im Grundschulalter – als Faustregel gilt, bis das Kind flüssig Schreibschrift schreiben kann. Bis dahin putzt das Kind selbst, und ein Elternteil geht anschließend noch einmal systematisch alle Flächen durch. Praktische Anleitungen dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum Zähneputzen und zu den Zahnzwischenräumen.
Wenn doch einmal behandelt werden muss
Auch bei guter Vorsorge kann etwas dazwischenkommen. Dann gilt: erklären, was passiert – und nichts überstürzen.
Kleine Kariesstellen
Frühe Entkalkungen sind noch kein Loch. Sie lassen sich oft durch intensivere Pflege, Fluoridierung und engere Kontrollen stoppen, ohne dass gebohrt wird.
Füllungen am Milchzahn
Ist ein Loch entstanden, wird es gefüllt – auch am Milchzahn, damit der Zahn bis zum natürlichen Wechsel als Platzhalter erhalten bleibt. Mehr dazu unter Zahnerhalt.
Unfall mit einem Zahn
Stürze auf die Schneidezähne gehören zu den häufigsten Zahnunfällen im Kindesalter. Was in den ersten Minuten zu tun ist – besonders bei einem ausgeschlagenen Zahn – steht auf unserer Seite Zahnschmerzen & Notfall.
Wenn ein Kind nicht mag
Kein Kind wird bei uns zu etwas gezwungen. Manchmal ist der sinnvollste Termin der, bei dem nichts gemacht wird – und beim nächsten klappt es. Für ausgeprägte Behandlungsangst siehe auch Angstpatienten.